Dieses siebte Prinzip vom Geschlecht enthält die Wahrheit, dass sich in allem das Geschlecht manifestiert. Dass das männliche und das weibliche Prinzip in allen Phasen und in jedem Lebensplan gegenwärtig und aktiv sind. Dabei möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass das Geschlecht in seiner Bedeutung nicht die Sexualität zum Ausdruck bringt. Aber woraus oder woher hat sich das Männliche und das Weibliche entwickelt und was bedeutet das Wort „Geschlecht“?

Das Wort ist verwandt mit „zeugen, erzeugen, erschaffen oder hervorbringen“, also etwas zu schöpfen. Die Aufgabe des Geschlechts ist also, etwas Neues aus dem Männlichen und dem Weiblichen entstehen zu lassen. Wir wissen ja alle, dass einer ohne den anderen nicht existieren und sich somit auch nicht vermehren kann. Geschlecht ist in allem, alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip. Auch du bist sowohl männlich als auch weiblich. Nur ist der eine ein ganz kleines bisschen mehr männlich oder ein ganz klein wenig mehr weiblich. Es geht hier vor allem um die Ausrichtung von Kraft.

Männliche Energie ist positiv, das heisst nach außen gerichtet. Die Aufgabe des männlichen Prinzips liegt darin, die angebotene Energie auf das weibliche Prinzip zu richten und so den Schöpfungsvorgang in Bewegung zu setzen. Das Weibliche hingegen ist negativ, das heisst empfangend und nach innen orientiert. Das weibliche Prinzip ist aber immer dasjenige, welches das aktive, schöpferische Werk vollbringt. Beide ergänzen sich und können nicht ohne den anderen existieren. Nur wenn sich beide Aspekte innig miteinander verbinden, kann es zur Geburt von etwas Neuem kommen.

Die Tendenz des weiblichen Prinzips geht dahin, Eindrücke Prinzip des Geschlechtszu empfangen, die Tendenz des männlichen Prinzips geht immer dahin, auszugeben und sich zu äußern. Das weibliche Prinzip leitet das Werk der Erzeugung, der neuen Gedanken, der Entwürfe, Ideen und Phantasien. Ohne die aktive Hilfe des männlichen Prinzips ist aber das Weibliche geneigt, sich mit der Hervorbringung mentaler Bilder zufrieden zu geben. Nur mentale Bilder bleiben aber ein Luftschloss! Es bleibt nur in unserem Kopf, es bleibt ein Traum.

In fast allen Lebensformen sind die beiden Prinzipien in einem Organismus vereint. Dafür gibt es viele Beispiele: Denke zum Beispiel an die Elektrizität. Da haben wir die negativ geladene Seite, aber auch die positive Ladung. Und Strom haben wir erst, wenn beides ist. Auch in den Blumen und Bäumen sind beide Prinzipien enthalten. Denn nur dadurch können sich Samen bilden und das Leben von neuem entstehen lassen.

Alle diese Tatsachen manifestieren das Prinzip des Geschlechts. Die starken Männlichen und starken Weiblichen der Welt manifestieren das männliche Prinzip des Willens. Ihre Stärke hängt von dieser Tatsache ab. Statt nach Eindrücken zu leben, beherrschen sie sich durch ihren Willen und erlangen so die erwünschten mentalen Bilder. Achte auf dieses starke Geschlecht, dann kannst du beobachten, wie es seine Gedankensaat in die Massen sät und dadurch die Menschen dazu bringt, nach dem Willen der Starken zu denken und zu handeln. Das ist auch der Grund dafür, dass viele Menschen wie Schafe sind, die niemals ihre eigene Macht, ihre eigene Meinung und aktive, mentale Kraft dafür gebrauchen, selbst etwas zu erschaffen.

Wir alle sind sehr wichtig. Egal, ob Mensch, Tier oder Pflanze. Wir alle können ohne das Geschlecht des anderen nicht existieren. Oft ist es doch so, dass einer oder eine die Ideen hat und ein anderer sie in die Tat umsetzt. Dabei passiert nichts anderes, als das Zusammenwirken des weiblichen und des männlichen Prinzips. Mit dem Ergebnis sind letztlich alle zufrieden, weil sich jeder auf seine Stärke konzentriert hat. Ohne dieses Zusammenspiel wäre das tolle Ergebnis womöglich nie zustande gekommen. Wenn sich also das weibliche und das männliche Prinzip vereinen, kann Großes dabei entstehen.

(Quelle: «Buch des Lebens» von Alexander Glogg und Nicole Lehmann • www.buch-des-lebens.ch)

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